Diesen jungen Kuckuck (Cuculus canorus) konnte ich kürzlich auf einem meiner Streifzüge im Bild festhalten. Es ist ein ganz besonderer Glücksfall, denn meistens hört man den Kuckuck im Frühsommer nur mit seinem lautstarken, unverwechselbaren Ruf – zu Gesicht bekommt man ihn dagegen selten.
Auf den ersten Blick sieht der Nachwuchs noch ganz anders aus als die Elterngeneration: Junge Kuckucke tragen bis zum 5. bis 8. Lebensmonat ein markantes, braun-gebändertes Jugendkleid. Erst während des Winters im afrikanischen Quartier mausern sie sich und „schlüpfen“ pünktlich zum nächsten Frühjahr in das schiefergraue Federkleid der erwachsenen Vögel. Zum Vergleich habe ich euch auch ein Foto eines adulten Tiers beigefügt.
Obwohl der Kuckuck recht scheu ist, glaube ich, dass dieser faszinierende Vogel oft schlicht übersehen oder falsch zugeordnet wird. Im Flug oder beim Ansitz wird er wegen seiner Silhouette und des gebänderten Brustmusters im Alltag leicht mit einer Taube oder einem Sperber bzw. Falken verwechselt.
Wer den Kuckuck beobachten möchte, sollte den Blick übrigens nicht nur starr nach oben in die Baumkronen richten. Zwar nutzen die Männchen die exponierten Äste im Frühling intensiv, um rufend ihr Revier zu markieren und Partnerinnen anzulocken. Zur Nahrungssuche zieht es sie jedoch regelmäßig nach unten: Da Kuckucke sich vorwiegend von Insekten – besonders gerne von behaarten Raupen, die andere Vögel verschmähen – ernähren, stöbern sie ausgiebig am Boden, im dichten Gebüsch und auf saftigen Wiesen nach ihren Beutetieren.
Ein faszinierender Vogel, bei dem sich das genaue Hinschauen definitiv lohnt!







