Nachdem ich euch vor kurzer Zeit den seltenen Großen Feuerfalter zeigen durfte, ist heute sein kleiner Cousin an der Reihe: der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas).
Wenn man die beiden Schönheiten nebeneinander betrachtet, wird schnell klar, dass hier die Genetik im Spiel ist. Abgesehen vom Namen teilen sich die beiden nämlich eine ganze Menge biologischer Gemeinsamkeiten. Sie gehören nicht nur zur selben Familie der Bläulinge (Lycaenidae), sondern stehen als direkte Verwandte auch in derselben Gattung (Lycaena).
Schaut euch mal das leuchtende, fast metallische Kupferorange der Vorderflügel an, das im Sonnenlicht regelrecht glüht – ein absolutes Markenzeichen der Feuerfalter! Und genau wie sein großer Cousin setzt auch der Kleine auf eine clevere Tarnstrategie: Wird es ihm zu bunt, klappt er die Flügel zusammen und zeigt eine eher unauffällige, graubraune Unterseite mit feinen schwarzen Punkten.
Auch im Verhalten sind sie sich ähnlich: Beide sind echte Sonnenanbeter und die Männchen zeigen ein extrem selbstbewusstes Revierverhalten. Sie besetzen kleine Ansitzwarten und jagen im Sturzflug allem hinterher, was ihren Luftraum kreuzt. Sogar bei der Familienplanung gibt es Parallelen: Die Raupen beider Arten sind absolute Feinschmecker und auf Ampfer-Arten spezialisiert. Während der Große den Fluss-Ampfer braucht, gibt sich der Kleine mit dem gewöhnlichen Sauerampfer zufrieden.
Und genau hier liegt der größte Unterschied: Der Große Feuerfalter ist ein hochgradig gefährdeter Spezialist feuchter Moorwiesen. Sein kleiner Cousin hingegen ist ein echter Überlebenskünstler und Allrounder. Umso schöner ist es zu wissen, dass wir diese Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür haben. Diese Aufnahmen beweisen einmal mehr, was für ein wertvoller Lebensraum unsere Vilshofener Donauauen hier in Niederbayern sind!





