Folge 3: Der Kleine Fuchs – Ein leuchtender Klassiker in neuer Pracht
Nachdem wir den Rekord-Methusalem Zitronenfalter und den Tarnungskünstler C-Falter in unserer Serie begrüßt haben, ist es Zeit für einen weiteren, sehr vertrauten Frühlingsboten. Er ist vielleicht der Inbegriff des bunten Schmetterlings, aber im ersten Licht des Jahres wirkt er immer wieder wie ein kleines Wunder.
Darf ich vorstellen: Der Kleine Fuchs.
Ein vertrauter Überlebenskünstler
Auch der Kleine Fuchs gehört zu der exklusiven Gruppe von Schmetterlingen, die als fertiges Insekt überwintern. Im Gegensatz zum Zitronenfalter, der ungeschützt im Freien ausharrt, oder dem C-Falter, der Baumhöhlen sucht, bevorzugt der Kleine Fuchs oft menschliche Nähe. Man findet ihn in Dachböden, Schuppen oder Kellern, wo er die kalte Zeit in einer Art Kältestarre verbringt. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Luft erwärmen, ist er einer der Ersten, die sich nach draußen wagen.
Das Farbwunder
Schaut euch diese Farben an! Auf dem einem Foto zeigt er uns seine volle Pracht von oben. Die leuchtend orange-rote Grundfarbe, die markanten schwarzen Flecken und die gelben Bandstreifen am Vorderrand sind ein echter Hingucker. Aber mein persönliches Highlight sind die kleinen, strahlend blauen Punkte am Flügelrand – die sogenannten Blau-Möndchen. Sie sind wie kleine Juwelen, die das Orange perfekt ergänzen.
Man findet ihn oft am Boden, wo er sich in der Sonne aufwärmt. In dieser Haltung ist er ein perfekter Sonnenanbeter, der jede Kalorie Wärme für seinen Flugmotor speichert. Seine geschlossene Flügelunterseite ist deutlich dunkler und tarnfarbener, was ihn im Laub schwerer zu entdecken macht, aber seine Oberseite leuchtet dennoch.
Die erste Mahlzeit an den Weidenkätzchen
Nahrung ist jetzt überlebenswichtig. Weidenkätzchen sind im Vorfrühling eine der wichtigsten Nektarquellen. Auf einigen Bildern können wir den Kleinen Fuchs dabei beobachten, wie er teils kopfüber an einem Weidenkätzchen saugt. Es ist toll zu sehen, wie er seinen Rüssel tief in die Blüten steckt. Eine Aufnahme zeigt auch schön seine dunklere Unterseite, die er bei der Nahrungsaufnahme präsentiert.
Ein Gedanke für den Garten
Ein wichtiger Fakt: Die Raupen des Kleinen Fuchs sind fast ausschließlich auf die Große Brennnessel angewiesen. Ein Plädoyer für ein bisschen „Wildnis“ in einer Ecke des Gartens – ohne Brennnesseln keine Füchse.
Ich bin froh, dass ich diese verschiedenen Facetten dieses vertrauten, aber immer wieder wunderschönen Falters an einem frischen Frühlingstag einfangen konnte. Ein echter Schatz der Natur!





