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Der schwarze Fasan

Der schwarze Fasan und seine Geschwister: Ein ganz besonderes Familienporträt

Wer in der Natur unterwegs ist, weiß: Manchmal schenken uns Tiere Augenblicke, die nicht nur faszinierend, sondern auch herrlich amüsant sind. Da ich das große Glück hatte, eine beachtliche Serie von Aufnahmen einer heimischen Fasanen-Großfamilie zu machen, starte ich heute mit dem zweiten Teil meiner kleinen Serie: Der schwarze Fasan und seine Geschwister.

Ein „Schwarzes Schaf“ – oder besser gesagt: Ein schwarzer Hahn

Unter den vielen braun gemusterten Hennen und Jungvögeln stach ein junger Fasanenhahn sofort ins Auge. Sein Gefieder ist tiefschwarz, durchzogen von edlen dunklen Nuancen – ein sogenannter melanistischer Fasan (Phasianus colchicus var. tenebrosus). Diese seltene Farbvariante entsteht durch eine genetische Laune, bei der vermehrt dunkle Pigmente eingelagert werden.

Gleich zu Beginn der Serie gab es ein echtes Highlight für die Kamera: Ein fast schon lustiges Porträt in Frontalansicht! Völlig aufgeplustert stand der kleine Kerl mitten auf dem Stoppelfeld und blickte direkt in die Linse – als wollte er sagen: „Ja, ich bin anders, und das weiß ich auch!“

Geschwisterliebe auf dem Stoppelfeld

Besonders schön zu beobachten war das Zusammenspiel mit seinen Geschwistern. Während die normalfarbenen Jungvögel mit ihrem hellbraun gesprenkelten Gefieder perfekt auf dem Ackerboden getarnt sind, bildet der schwarze Hahn einen spektakulären Kontrast. Seite an Seite schlenderten die Geschwister durch die Stoppeln des abgeernteten Feldes und suchten gemeinsam nach verbliebenen Körnern und Insekten.

Hier zeigt sich die Natur von ihrer besten Seite: Genetische Vielfalt direkt aus einem einzigen Gelege. Auch wenn der dunkle Hahn für Fressfeinde natürlich viel schneller zu entdecken ist, profitiert er von der Gemeinschaft. Wenn viele Augen wachen, zieht auch der auffälligste Familienausflug sicher durch das Revier.

Streifzug bis zum trockenen Donau-Altwasserarm

Die Entdeckungstour der Sippe führte nicht nur über die Felder. Im Laufe der Beobachtung trottete der schwarze Geselle schließlich durch das ausgetrocknete Bett eines Donau-Altwasserarms. Der risse Trockenboden, übersät mit leeren Muschelschalen, verlieh der Szene eine ganz eigene, fast surreal wirkende Kulisse.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie vielschichtig und nahbar sich Wildtiere zeigen, wenn man ihnen mit der nötigen Geduld und Ruhe begegnet.

Diese Fotoreihe ist erst der Anfang! Freut euch schon auf die nächsten Serien – dann werfen wir einen genaueren Blick auf die weiteren Mitglieder dieser bunten Fasanen-Großfamilie.

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