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Der Arche Schwan

1: Ein Nest auf schwankendem Grund

Liebe Fotofreunde,

ab heute möchte ich euch eine spannende und teils dramatische Geschichte erzählen – die Geschichte von einem Schwan, der sich seine eigene Arche baute.

Ja, ich weiß: Schwäne brüten liebend gern auf kleinen, geschützten Inseln. Was mich bei diesem Paar jedoch völlig überrascht hat, war die Wahl des Fundaments. Sie haben sich einen gewaltigen Haufen Treibgut ausgesucht, der sich beim letzten Hochwasser an der Donau angesammelt hatte.

Als Naturbeobachter ging mir dabei sofort ein bangere Gedanke durch den Kopf: Was passiert, wenn das Wasser plötzlich wieder schnell steigt? Treibt das Nest samt Gelege dann die Donau hinab in Richtung Schwarzes Meer? Oder bricht die ganze Konstruktion einfach auseinander? Doch das Schwanenpaar hatte Glück! Das Wasser stieg zwar tatsächlich an, aber Gott sei dank nicht bedrohlich. Wenig später folgte Niedrigwasser, und das Schwanennest bot einen völlig neuen Anblick: Es erinnerte mich ein wenig an den berühmten Mont-Saint-Michel bei Ebbe – thronend und freigestellt auf dem trockenen Ufer.

Die ersten Aufnahmen meiner Bilderserie entstanden Mitte April. Die letzten Fotos, die ich euch hier zeige, Anfang Mai. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Schwanenmutter – ich nenne sie liebevoll „Frau Noa“ – bereits einige Daunenfedern ausgerupft. Das hat einen faszinierenden biologischen Zweck: Die Federn isolieren die Eier nach unten hin und polstern das Nest wunderbar weich für die bald erwarteten Küken. Außerdem entsteht so an ihrer Brust der sogenannte „Brutfleck“ – eine nackte Hautstelle, die die Körperwärme viel direkter und besser auf die Eier und die späteren Küken überträgt.

So viel für heute zum Auftakt! Doch wo bleibt die versprochene Dramatik, fragt ihr euch? Nun, das Hochwasser blieb zwar aus, doch dafür sorgt ein anderer Umstand für Sorge: Der Schwanenvater lässt sich so gut wie gar nicht blicken. Ich befürchte schon, er drückt sich vor der Verantwortung – oder ihm ist Schlimmeres widerfahren…

Und die weitere Gefahr lauert im Wasser: Es folgen bald dramatische Szenen, denn ein anderes Schwanenpaar, das bereits geschlüpfte Küken führt, zieht ganz in der Nähe seine Kreise. Und Reviere werden unter Schwänen bekanntlich hart verteidigt…

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