Kleiner Gast mit schwarzem Käppchen: Die Sumpfmeise
Manchmal sind es die leisen, unaufgeregten Begegnungen, die einen Fototag perfekt machen. In meiner neuen Bildserie dreht sich alles um die Sumpfmeise (Poecile palustris). Ein kleiner Vogel mit großer Persönlichkeit, der oft im Schatten seiner bunteren Verwandten steht, aber bei genauem Hinsehen durch schlichte Eleganz besticht.
Ein Name, der in die Irre führt
Lass dich vom Namen nicht täuschen: Die Sumpfmeise ist keineswegs nur in Sümpfen anzutreffen. Tatsächlich fühlt sie sich in laubholzreichen Mischwäldern, Parkanlagen und Gärten mit altem Baumbestand am wohlsten. Ihr Name rührt eher daher, dass sie in feuchten Gebieten oft auf die optisch fast identische Weidenmeise trifft.
Woran erkennt man sie?
Für uns Fotografen ist die Unterscheidung zur Weidenmeise oft eine Herausforderung. Die Sumpfmeise erkennst du an diesen Details:
- Das Käppchen: Es ist tiefschwarz und hat einen seidigen Glanz (im Gegensatz zum matten Schwarz der Weidenmeise).
- Der Kinnfleck: Ihr schwarzer „Latz“ unter dem Schnabel ist meist klein und scharf abgegrenzt.
- Der Schnabel: Oft zeigt sie einen winzigen hellen Punkt an der Schnabelbasis – ein tolles Detail, wenn man sie so nah vor der Linse hat wie auf Bild 1!
Ein kleiner Vorsorger
Was ich an der Sumpfmeise besonders faszinierend finde: Sie ist eine echte Strategin. Im Herbst und Winter verbringt sie viel Zeit damit, Samen und Insekten in Baumrinden oder unter Moos zu verstecken. Dank eines hervorragenden räumlichen Gedächtnisses findet sie diese Vorräte auch Wochen später wieder – eine überlebenswichtige Eigenschaft für den Winter.
In diesen Momentaufnahmen zeigt sich die Sumpfmeise von ihrer neugierigen Seite – mal keck direkt in die Linse blickend, mal flink und akrobatisch im Geäst. Ein kleiner Waldbewohner, der zeigt, dass man nicht bunt sein muss, um ein Star zu sein.







