Es war noch im November, als ich am Ufer eines Altwasser-Arms saß und die Natur beobachtete. Dann, Unruhe im Gestrüpp. Emsig und mit erhobenen Schwänzchen, so wie sich das für einen Zaunkönig gehört, hüpfte der zweitkleinste Vogel hierzulande durch’s Unterholz. Er wechselte zu einem Baumstumpf, der halb im Wasser lag und suchte dort nach Nahrung.
Plötzlich, ein Schatten, ein kurzer Luftzug. Ich erschrak tatsächlich. Als ich die Augen wieder öffnete, saß ein Turmfalke vor mir auf dem Baumstumpf. Mir tat der kleine Zaunkönig leid. Doch als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass der Falke keinen kleinen Vogel in seinen Fängen hatte. Nach ein paar Sekunden hatte mich der Raubvogel entdeckt und suchte das Weite. Dafür kam nach einiger Zeit der kleine König wieder aus seinem Versteck unter dem Baumstumpf hervor.
So ist es in der Natur. Wenn der eine (Überlebens) Glück hat, bleibt der Andere hungrig.









