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Ein ganz besonderes Daunenküken

Bei einer Radtour auf dem Radweg kurz oberhalb von Vilshofen machte mich eine Entdeckung stutzig. Ich hielt an, um die Wasservögel auf der Donau zu beobachten, doch irgendetwas war diesmal anders. Ich musste tatsächlich kurz stutzen und nachdenken: Richtig, das Schwanenküken, das dort gemütlich neben seiner Mutter herpaddelte, hatte überhaupt nicht die typisch graubraune Färbung!

Was war da los? Hatte sich hier etwa das Junge eines Singschwans neue Adoptivparenten gesucht? So faszinierend die Vorstellung auch war, schien mir das doch sehr unwahrscheinlich. Zu Hause angekommen ließ mir die Sache keine Ruhe und ich machte mich sofort an die Recherche. Denn genau das ist ja das Schöne an der Naturfotografie: Man beobachtet die Umwelt bewusst und lernt jeden Tag etwas Neues dazu.

Des Rätsels Lösung ist eine faszinierende Laune der Natur:

Bei dem kleinen „Schneebällchen“ handelt es sich um eine seltene Genvariante des Höckerschwans, die historisch als „Polnischer Schwan“ (Cygnus olor var. immutabilis) bezeichnet wird. Das lateinische Wort immutabilis bedeutet „unveränderlich“ – und genau das ist hier das Geheimnis.

Während normale Schwanenküken im graubraunen Daunenkleid schlüpfen und sich erst über Monate hinweg langsam weiß färben (das klassische Märchen vom hässlichen Entlein!), überspringen Küken mit dieser genetischen Besonderheit die Grauphase komplett. Sie kommen bereits reinweiß zur Welt. Neben dem weißen Flaum haben sie oft auch hellere, rosa-graue Beine und Füße anstelle der typischen schiefergrauen Paddel.

Es handelt sich dabei übrigens nicht um Albinismus, sondern um eine harmlose, rezessive Genmutation, die in unseren Regionen immer mal wieder vorkommt. Der kleine Kerl wird im Herbst nicht wie seine Altersgenossen graubraun gesprenkelt sein, sondern mausert sich direkt in das strahlend weiße Federkleid eines erwachsenen Schwans.

Wie ein „normales“ Schwanenküken im direkten Vergleich aussieht, zeige ich euch unten im Fotoblog. Es lohnt sich eben doch, beim Radeln an der Donau mal genauer hinzusehen!

Hier zum Vergleich ein gleichaltrige Schwanenküken:

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