Frühlingsbesuch der Holzbiene
Die ersten warmen Märztage locken nicht nur uns nach draußen, sondern auch ein ganz besonderes Geschöpf: die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Mit ihrem tiefschwarzen Körper und den im Sonnenlicht metallisch blau-violett schimmernden Flügeln ist sie eine der imposantesten Erscheinungen unserer heimischen Insektenwelt.
Als ich diesen „sanften Riesen“ an den Weidenkätzchen entdeckte, war ich mir zunächst unsicher: War das wirklich die große Holzbiene? Mit etwa 20 mm wirkte sie etwas kleiner als erwartet, und auch das typische tiefe Brummen, klang Mal deutlich dezenter. Könnte es gar die viel seltenere Kleine Holzbiene sein?
Die Lösung steckt im Detail: Erst die Makro-Aufnahmen brachten Gewissheit. Wenn man ganz genau hinsieht – fast wie mit der Lupe – offenbart die Biene ihr „Typenschild“. Auf einigen Fotos erkennt man am vorletzten Glied der Fühler zwei winzige, aber deutliche orangefarbene Ringe. Dieses Merkmal ist der eindeutige Beweis: Es handelt sich um ein Männchen der Blauschwarzen Holzbiene. Nur die Herren dieser Art tragen dieses modische Accessoire an ihren Antennen. Die Weibchen (und auch die ähnliche Südliche Holzbiene) haben dagegen komplett schwarze Fühler.
Friedliche Schwergewichte Obwohl sie durch ihre Größe und wegen der dunklen Farbe oft wehrhaft und gefährlich wirken, sind Holzbienen äußerst friedfertige Tiere. Das Männchen auf meinen Bildern war völlig vertieft mit der Suche nach Nektar und Pollen, um sich nach dem langen Winterschlaf zu stärken.
Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, welche Details uns verborgen bleiben, wenn wir nur flüchtig hinschauen. Erst durch die Linse der Kamera und ein wenig Geduld wird aus einer „großen schwarzen Biene“ eine ganz individuelle Geschichte der Natur.
- Wissenschaftlicher Name: Xylocopa violacea
- Besonderheit: Größte Wildbienenart Deutschlands; nistet in Totholz.
- Erkennungsmerkmal Männchen: Orangefarbene Ringe kurz vor der Fühlerspitze.







